Weil wir das Studium endlich sozialer machen

Wie die Studydrive-Gründer mit 500 € Startkapital die größte Lernplattform für Studenten in der DACH-Region schufen


Im Frühling 2013 gründeten Sven Gasper und Philipp Mackeprang Studydrive , eine digitale Plattform für den Wissensaustausch unter Studierenden. Seitdem ist einiges passiert. Nicht nur für Philipp und Sven, auch für hunderttausende Studierende, für die der Studienalltag durch Studydrive erheblich erleichtert werden konnte. Denn hier kommt ein Leitgedanke zum Tragen, der das Studium sozialer macht: “Life is easier when we help each other”.


Gründer und Geschäftsführer Sven Gasper & Philipp Mackeprang

Februar 2012: Die Idee kam uns nachts im Bus

Die Studydrive-Gründer Sven und Philipp waren Kommilitonen. Seit 2009 studierten sie in Maastricht und gehörten zu den Studenten, die den aktiven Austausch unter Kommilitonen suchten, ihre Mitschriften teilten und Lerngruppen organisierten. Dann Auslandssemester in Brasilien, Sao Paulo. Die Prüfungszeit stand an, doch hier hatten sie einmal keine Zeit, die Organisation von Lerngruppen zu übernehmen: Karneval in Rio! Ein Event das sie erleben wollten, auch wenn in wenigen Tagen Prüfungen anstehen. Dann wollten sie eben auf der Busfahrt von Rio zurück nach Sao Paulo lernen. Nachts. Philipp und Sven lachen sich an: “Eine Zusammenfassung darüber, was nun in dieser Prüfung am nächsten Morgen abgefragt werden sollte, wäre da hilfreich gewesen” Mitschriften zum Downloaden, um sich gegenseitig zu helfen? Am besten auf einer Plattform, auf der man sich von überall auf der Welt aus austauschen kann! Eine Idee war geboren, mit der sie bald schon für zahlreiche Studierende ins Schwarze trafen. Im März 2013 gründeten Philipp und Sven Studydrive – die digitale Plattform, die heute für mehr als eine halbe Million Studierende wichtiger Bestandteil des Studienalltags geworden ist.
Die Lernplattform sollte für Studierende komplett kostenlos sein, weshalb ein nachhaltiges Business Modell her musste. Die beiden erinnerten sich, wie Firmen während ihres Studiums in Maastricht um junge Nachwuchstalente auf Recruiting Events buhlten. “Zum Beispiel waren wir beide bei einem KPMG-Essen, wo 10 Mitarbeiter, vom Manager bis zum Partner, anwesend waren” meint Philipp. Die Plattform sollte sich also durch Karriereprodukte zum Recruiting und Employer Branding auf dem HR-Mark finanzieren - ein Geschäftsmodell, das gleichzeitig Studierenden spannende Möglichkeiten für ihren Karriereweg aufzeigt, indem man sich über potentielle Arbeitgeber informiert.

2013/2014: 500€ Startkapital, HarzIV, Boostrappen und Unterstützung aus Europa

März 2013: Gerade das Studium erfolgreich absolviert, ging es an die Umsetzung dieser Idee. Mit je 500€ Startkapital bauten die Gründer Sven und Philipp eine Plattform, auf der sich Studierende kostenlos registrieren konnten. Die Schwierigkeit war dabei zunächst Studierende zu motivieren, ihren Kommilitonen relevanten Content und Mitschriften zur Verfügung zu stellen. Die Lösung? Eine ganz einfache: Wer seinen Kommilitonen hilft, wird mit Credits belohnt, die in Prämien eingetauscht werden können. Zum Beispiel für Mitschriften, die von Kommilitonen heruntergeladen werden. Innerhalb weniger Monate verzeichnete die Plattform schon mehrere tausend User - bleibt die Frage, wie sich Sven und Philipp mit einem kostenlosen Produkt finanzieren konnten. Im ersten Jahr sind sie „gebootstrapped“. Das bedeutet, dass man sich ab der Gründung durch eigene Umsätze, seien sie noch so gering, selbst finanziert. Diese Umsätze waren in den ersten Monaten noch so niedrig, dass Philipp und Sven HarzIV als Beihilfe zur Selbstständigkeit bezogen. Von Oktober bis Dezember 2013, etwa ein halbes Jahr nach Gründung konnten Philipp und Sven ihr Startup im hub:raum Accelerator Programm ausbauen und Geschäftsprozesse optimieren. Zudem wurden sie ab Januar 2014 durch ein Stipendium des Europäischen Sozial Fonds unterstützt, wodurch sie erstes Geld in Marketing investierten. Damit konnten Sie im folgenden Jahr ihre Plattform-Nutzer mehr als verzehnfachen. Anfang 2015 verzeichnete Studydrive knapp 100.000 User, die sich im Studium gegenseitig unterstützen.


2015/2016: Sozialer Leitgedanke bringt Millionen-Finanzierungen

“Life is easier when we help each other” das ist das Erfolgsrezept von Studydrive. Der soziale Leitgedanke, sich einander die Hand zu reichen, resultierte in enormen Traffic für die Plattform, wodurch sie zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung gewann. Im Mai 2015 dann die erste Finanzierungsrunde - Wachstumskapital und Medialeistungen in Höhe von etwa zwei Millionen Euro für die Weiterentwicklung der Plattform. Ende 2016 folgte die zweite Finanzierungsrunde . In den darauffolgenden Geschäftsjahren konnte mit dem Kapital wiederum großes Wachstum erzielt werden, nicht nur durch den Kauf zweier Unternehmen sondern auch durch den Aufbau eines Sales Teams.


2017/2018: Größte Plattform für Studium und Karriere in Europa

Im Januar 2017 verzeichnete Studydrive noch etwa 260.000 User - mehr als doppelt so viele, wie der Konkurrent Absolventa. Zu diesem Zeitpunkt bauten die Gründer ein Studydrive Sales-Team auf, das den Karriere Bereich für Studierende stark erweiterte. Zahlreiche Unternehmen ob Dax-Konzern, NGO oder Start-Up wurden auf Studydrive aufmerksam und schalteten Kampagnen von der einfachen Jobanzeige bis zu Einladungen zum firmeneigenen Karriere-Event. Im Januar 2018 verzeichnete Studydrive schon knapp 450.000 User. Zeit, die Plattform als Lerntool weiter auszubauen – und zwar im Monatstakt: Im März 2018 übernahm Studydrive Veed , eine Lernapp, in der sich Kommilitonen zu Kursinhalten und Übungen austauschen können. Einen Monat später folgte die Übernahme von Skive, einem Lerntool zur Erstellung digitaler Karteikarten. Einen weiteren Monat später im Mai 2018 dann der Start der neuen Studydrive App, durch die sich Studierende nun auch mobil untereinander vernetzen, auf Mitschriften zugreifen und sich zu verschiedenen Uni-Themen austauschen können. Ende Juli 2018 zählte Studydrive schon mehr als registrierte 600.000 User. Damit ist die Plattform als Lerntool, Lerncommunity und Karriereportal für Studierende die größte Plattform in der DACH-Region.


2018/2019: Studydrive wird Stepstone Tochter

Der Karriere-Bereich von Studydrive rückte seit Sommer 2018 verstärkt in den Fokus. In weniger als 4 Monaten wurde Studydrive für 3 Awards als innovative HR Lösung nominiert. Die Rolle von Studydrive bekommt damit einen weiteren tragenden gesellschaftlichen Aspekt: Neben seiner Rolle, das Studium sozialer zu machen wirkt Studydrive auch aktiv dem Fachkräftemangel entgegen, indem es die Kommunikation zwischen jungen Talenten und Unternehmen rechtzeitig ermöglicht. Diese Entwicklungen gingen Hand in Hand mit einem verstärkten redaktionellen Ausbau von HR-relevanten Themen, um den HR Markt über die künftige Fach- und Führungskräft zu informieren. Nach dem Motto „Life is easier when we help each other” entstand unter anderem der Podcast Young Talent To Go in welchem einmal pro Monat Fachgespräche mit HR Experten veröffentlicht werden.

Im Januar 2019 wurde Studydrive von der Online-Recruititing Plattform Stepstone aufgekauft und ist somit Teil der Axel-Springer Familie geworden. Gestärkt durch neue Partner erfolgte anschließend der Marteintritt in England (und Frankreich). Zu Ende des Sommersemesters 2019 hatte die Plattform 850.000 User erreicht. Die 1 Millionenmarke wird im folgenden Wintersemester erreicht. Das rasante Nutzerwachstum und die steigende Nachfrage von Arbeitgebern, sich auf Studydrive unter Future Talents zu präsentieren, resultierten zudem in einem massiven Ausbau des Studydrive Teams. Während das Team Ende 2018 noch aus 40 Mitarbeitern bestand, hatte sich diese Zahl ein Jahr später fast verdoppelt.


Und Jetzt?

Ein erfolgreiches Semester neigt sich dem Ende. Man könnte meinen, Philipp und Sven sind besonders stolz auf ihre wirtschaftlichen Erfolge, die sie in den letzten Jahren erzielen konnten: Von HarzIV zu Millionen Finanzierungen mit einer Plattform, die heute die größte in Europa ist und die bereits zwei Unternehmen gekauft hat. Auch, dass sie mit ihrer Firma, mit der sie anfänglich auf staatliche Unterstützung angewiesen waren, heute mehr als 70 Mitarbeiter beschäftigen können. Natürlich sind sie darauf stolz. Doch die größten Momente für die beiden sind immer noch die, wenn sie den Studierenden mit ihrer Plattform wieder einmal helfen konnten. Wenn ein Student an einem Montag um 23:18 Uhr einen Studydrive-Kurs nach erfolgreich bestandener Prüfung verlässt, zeigt sich der Geschäftsführer wenige Minuten später im firmeninternen Slack-Channel zufrieden:

Motivation für das ganze Team, im nächsten Semester noch mehr Studierende zu erreichen und zu unterstützen. Bis Sommer 2019 wird die Plattform noch einmal umstrukturiert und ausgebaut, um den Studierenden beim Lernen und auf ihrem Weg zum Beruf noch besser unterstützen zu können. Es dürfen einzigartige Tools erwartet werden, die es bisher noch nicht kostenlos für Studierende gab.