Mental Health Matters

Warum das Thema auf Eurer Prioritätenliste nicht fehlen darf

Wer kennt es nicht: Sätze wie „Kopf hoch!", „Denk doch mal positiv!" oder „Das geht schon wieder vorbei!", wenn jemand seine psychische Belastung zum Ausdruck bringt. Diese Bemerkungen sind nicht nur totaler Quatsch, sondern häufig die einzigen Reaktionen, die Betroffene erhalten. Okay, thanks for nothing.

Wenn Eure Mitarbeiter:innen gestresst oder überfordert sind oder sogar Mobbing erfahren, hat das nicht nur negative Auswirkungen auf ihre Gesundheit, sondern auch auf ihre Arbeit. Deshalb tut Ihr nicht nur ihnen, sondern auch Euch selbst einen großen Gefallen, wenn Ihr das psychische Wohlbefinden ernst nehmt und aktiv fördert. Dadurch könnt Ihr langfristig nicht nur Krankheitsausfälle reduzieren, sondern auch die Motivation und Produktivität in Eurem Unternehmen steigern. Ein klassisches Win-Win.

Vor allem, wenn Ihr die Gen Z von Euch überzeugen wollt, solltet Ihr hier nicht zu lange untätig bleiben. Die nachfolgende Generation achtet wie keine andere darauf, ob Unternehmen glaubhaft vermitteln können: Mental Health Matters!

Welche Faktoren bestimmen darüber, wie es uns auf der Arbeit geht?

Laut Bundesministerium für Gesundheit entscheiden unter anderem folgende Faktoren über die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz:

Was könnt Ihr für mentale Gesundheit tun?

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die Ihr ergreifen könnt, um die mentale Gesundheit bei Euch mit ins Programm aufzunehmen und Burnout & Co. frühzeitig entgegenzuwirken. Hier sind Beispiele, die Ihr langfristig umsetzen solltet:

1. Schulung und Sensibilisierung der Führungskräfte

Wie heißt es so schön? „Mitarbeitende verlassen keine Unternehmen, sondern Chefs“. Führungskräfte spielen eine extrem wichtige Rolle in der Förderung der mentalen Gesundheit ihrer Mitarbeiter:innen, was häufig unterschätzt wird. Eine Schulung und Sensibilisierung der Führungskräfte für die Thematik kann dazu beitragen, Stresssymptome frühzeitig zu erkennen, eine gesunde Arbeitsatmosphäre zu schaffen und das Wohlbefinden der Beschäftigten zu verbessern.

2. Schaffung einer positiven Arbeitsumgebung

Wir wollen alle, dass unsere Mitarbeiter:innen gerne zur Arbeit gehen und Sonntagabend keinen Angstschweiß auf der Stirn haben. Nix da mit Revival der Schulzeit. Eine offene Kommunikation, Respekt und Wertschätzung untereinander sind hierfür unverzichtbare Faktoren. Da der vom Vorgesetzten vorgelegte Umgang häufig vom Team adaptiert und weitergegeben wird, solltet ihr auch hier zunächst Bewusstsein bei euren Führungskräften schaffen. Ist auch gar nicht so schwer. Ein Lob oder ein einfaches “Danke” zu hören kann viel ausmachen. Nach der eigenen Meinung gefragt zu werden auch. Was eigentlich zum Einmaleins der Kommunikation gehört, wird leider beim Jobeinstieg häufig wieder verlernt. Besser machen.

3. Flexibilität bei der Arbeitszeit

Gähn? Nicht Gähn! Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung kann dazu beitragen, die Balance zwischen Arbeit und Privatleben zu verbessern. Möglichkeiten wie flexible Arbeitszeitmodelle oder Homeoffice können hier Wunder wirken. Denkt doch auch mal drüber nach, ob Ihr Euren Mitarbeiter:innen nicht die Möglichkeit geben könnt, eine bestimmte Zeit im Ausland zu arbeiten. AirBnB hat das sogar für unbestimmte Zeit möglich gemacht.

4. Unterstützung bei psychischen Belastungen

Wenn präventive Maßnahmen nicht ihren gewünschten Effekt erzielt haben und Mitarbeiter:innen unter psychischen Belastungen wie Stress, Überlastung oder Mobbing leiden, solltet Ihr Hilfsangebote wie psychologische Beratungen oder Coachings anbieten. Diese können auch durch einen externen Anbieter bereitgestellt werden, z.B. durch Mindsurance.

Pro Tipp: Ihr habt auch die Möglichkeit einige Eurer eigenen Mitarbeiter:innen auszubilden, um erste psychische Probleme aufzufangen und mögliche Wege bei Stress und Überlastung aufzuzeigen. Schaut doch mal, wie Innocent das gelöst hat.

5. Angebote zur Entspannung und Bewegung

Körperliche Aktivität und Entspannung sind wichtige Faktoren für das Wohlbefinden und die mentale Gesundheit. Wie wäre es mit Fitnesskursen, Yoga oder Massagen? Wichtig: Bewegung tut gut - grundsätzlich - und kann Wunder bei der Prävention von Stress bewirken. Wenn jemand aber wirklich unter psychischen Problemen leidet, ist es hiermit nicht getan.

5 Wege, Employee Wellbeing zu messen

Was könnt Ihr machen, um sicherzustellen, dass die Maßnahmen auch so wirken, wie Ihr Euch das vorgestellt habt? Um Veränderungen im Wohlbefinden zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern?

Vorweg: HR kann nicht alleine für die mentale Gesundheit eines ganzen Unternehmens verantwortlich sein. Deshalb ist es wichtig, allen Führungskräften die Wichtigkeit von mentaler Gesundheit nahezubringen, damit diese ihr Team entsprechend betreuen können. Wenn das getan ist, könnt Ihr Euch an diesen fünf Indikatoren orientieren:

1. Regelmäßiges Feedback

Nur wenn Ihr regelmäßig nach dem mentalen Zustand Eurer Mitarbeiter:innen fragt, könnt Ihr den Erfolg Eurer Maßnahmen kontrollieren und ggf. verbessern. Fragt sie offen und ehrlich nach Feedback und danach, was sie sich wünschen. Hierfür empfehlen wir Euch anonyme Umfragen - die bringen einfach mehr.

2. Krankheitstage

Kann natürlich auch die Grippewelle oder Corona sein, aber wenn Ihr merkt, dass in besonders stressigen Zeiten in Eurem Unternehmen auffällig viele Mitarbeiter:innen fehlen, könnte das ein Indikator für ein überarbeitetes Team sein. Sucht in einem vertrauensvollen Rahmen das Gespräch, wie ihr Eure Mitarbeiter:innen gesundheitlich unterstützen könnt.

3. Überstunden

Arbeiten Teams über einen langen Zeitraum deutlich zu viel, wird sich das früher oder später in ihrem psychischen Zustand zeigen. Habt also ein Auge darauf und weist Eure Mitarbeiter:innen aktiv darauf hin, dass sie ihre Zeiten im Blick behalten und ggf. ihre Stunden abbauen sollen.

4. Fluktuationsrate

Hier gilt der gleiche Grundsatz wie bei Überstunden und Krankheitstagen – wenn viele Mitarbeiter:innen auf einmal ihren Arbeitgeber verlassen, kann das ein Zeichen von Unzufriedenheit sein.

5. Enge Betreuung der Mitarbeiter:innen

Indem Vorgesetzte eine offene und vertrauensvolle Beziehung zu ihren Mitarbeiter:innen aufbauen und regelmäßig Gespräche führen, können sie auf Anzeichen von Stress, Überlastung oder anderen psychischen Belastungen achten. Durch eine solche regelmäßige Kommunikation können Vorgesetzte auch besser verstehen, welche Aufgaben und Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter:innen besonders herausfordernd sind und welche Unterstützung gebraucht wird, um die psychische Gesundheit zu fördern. Enge Betreuung sollte dabei nicht mit einem begrenzten Handlungsspielraum einhergehen.

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